Wer im Restaurant belehrt sein muss
Die Pflicht knüpft an den Kontakt zu leicht verderblichen Lebensmitteln oder zu Bedarfsgegenständen an. Im Gastro-Alltag trifft das fast alle Positionen:
- Küche: Küchenchef, Koch, Beikoch, Küchenhilfe, Patissier
- Service: Kellner, Runner, Chef de rang – auch wenn nur Teller getragen werden
- Bar: Barkeeper und Barista, sobald Eis, Milch, Sirup oder Garnituren im Spiel sind
- Spüle und Reinigung im Küchenbereich
- Aushilfen, Praktikanten, Saisonkräfte – ohne Ausnahme
Nicht belehrungspflichtig sind reine Verwaltung, Buchhaltung und Marketing – solange sie nie einspringen. In der Praxis belehren viele Betriebe pauschal alle Beschäftigten, weil in der Gastronomie jeder mal mit anpackt.
Vor der ersten Schicht, nicht danach
Die Erstbelehrung muss vorliegen, bevor du das erste Mal arbeitest. „Nächste Woche nachreichen“ ist keine zulässige Lösung: Ohne Nachweis darf der Betrieb dich nicht einsetzen, und bei einer Kontrolle haften beide Seiten.
Weil Gastro-Einstellungen oft kurzfristig sind, ist der Online-Weg hier besonders verbreitet – er funktioniert auch sonntags um 22 Uhr, wenn am Montag die erste Schicht ansteht.
Was der Betrieb tun muss
- Erstbelehrung vor Arbeitsaufnahme prüfen und Kopie zur Personalakte nehmen
- Alle zwei Jahre eine Folgebelehrung durchführen oder durchführen lassen
- Beides dokumentieren und drei Jahre aufbewahren (§ 43 Abs. 5 IfSG)
- Nachweise bei Kontrollen der Lebensmittelüberwachung vorlegen können
- Beschäftigte mit Tätigkeitsverboten nach § 42 IfSG sofort aus dem Lebensmittelbereich nehmen
Bei hoher Fluktuation lohnt sich eine simple Fristenliste: Name, Datum der letzten Belehrung, Fälligkeit. Mehr braucht es nicht, aber weniger reicht nicht.
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Erstbelehrung starten – 27 €Der Teil, den viele überlesen: Meldepflicht
Die Belehrung ist keine einmalige Formalie. Sie verpflichtet dich dauerhaft, dich beim Arbeitgeber zu melden, wenn du Durchfall, Erbrechen, Fieber mit Durchfall, infizierte Wunden oder bestimmte Infektionen hast.
Solange die Symptome bestehen, darfst du nicht mit Lebensmitteln arbeiten – das ist ein Tätigkeitsverbot nach § 42 IfSG, kein Ermessen des Chefs.
Häufige Fragen
Brauchen Kellner wirklich ein Gesundheitszeugnis?
Ja. Wer Speisen serviert oder benutztes Geschirr abräumt, kommt mit Bedarfsgegenständen in Kontakt und ist belehrungspflichtig.
Reicht die Belehrung des Chefs für neue Mitarbeiter?
Nein. Die Erstbelehrung darf nur das Gesundheitsamt oder ein ermächtigter Arzt durchführen.
Was passiert bei einer Kontrolle ohne Nachweise?
Es drohen Bußgelder nach § 73 IfSG und im Wiederholungsfall weitergehende Maßnahmen der Behörde.
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